21. Bergsichten Festival Dresden
Verkehrsverbund Oberelbe


Bergsichten – Eine Ära geht zu Ende:
Dresdner Bergfilmfestival wird nach 21 Jahren eingestellt

Statement zur Absage

von Frank Meutzner, Festivalgründer und Veranstalter

Im Jahr 2004, also vor 21 Jahren, wurde das Bergsichten-Festival gemeinsam mit der TU Dresden im Rahmen der Reihe „Kunst und Kultur im Hörsaalzentrum“ ins Leben gerufen. Seitdem war auch die TU Dresden Präsentator des Festivals.



In den folgenden Jahren präsentierten die Bergsichten legendäre Persönlichkeiten des Bergsteigens, große Abenteuerberichte, spannende Livevorträge sowie eindrucksvolle Filme und Dokumentationen. Das Festival entwickelte sich zu Deutschlands größtem Berg- und Outdoorfilmfestival und zu einem beliebten Gipfeltreffen für alle, die sich für Bergsteigen, Outdoor-Abenteuer und Bergfilme begeistern.

In mehr als zwei Jahrzehnten Bergsichten wurden insgesamt 477 nationale und internationale Filme gezeigt. Dabei lockte das Festival auch die Bergfilmprominenz in den TU-Hörsaalkomplex. Zu den Bergfilm-Legenden gehörten renommierte Regisseure wie der Österreich-Amerikaner Norman Dyhrenfurth, der Brite Leo Dickinson sowie die Deutschen Gerhard Bauer, Lothar Brandler und Hans-Jürgen Panitz. Dresden entwickelte sich damit zu einer festen Adresse in der Bergfilm-Szene.



Das Festival wurde weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und brachte internationale Stars der Alpin- und Kletterszene in die Elbestadt, darunter Lynn Hill, Catherine Destivelle, Gerlinde Kaltenbrunner, Tamara Lunger, Ines Papert, Nina Caprez, Kurt Diemberger, Hans Kammerlander, Bernd Arnold, Peter Habeler, Alexander und Thomas Huber, Heinz Zak, Stefan Glowacz, Kurt Albert, Simone Moro und Adam Ondra. Insgesamt wurden 108 Live-Vorträge präsentiert.



Ergänzt wurde das Festival durch ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Gewinnspiel, Messe, Ausstellungen und Workshops. Jährlich zog diese Kombination tausende Besucher in das Hörsaalzentrum der TU Dresden. Insgesamt rund 165.000 Zuschauer besuchten das Festival in den vergangenen 21 Jahren. Zahlreiche Presseartikel, Fernseh- und Radiobeiträge sowie knapp 4 Millionen Webseitenbesucher zeugen vom großen Interesse und der positiven Resonanz auf die Veranstaltung.



Dank der langjährigen Zusammenarbeit mit der TU Dresden – insbesondere mit dem Sachgebiet Öffentlichkeitsarbeit, dem Institut für Kartographie und dem Medienzentrum – entwickelten sich die Bergsichten zu einem überregional bekannten und geschätzten Festival.

Neue Rahmenbedingungen führen zur Entscheidung

Im Zuge eines Gesprächs mit der zuständigen Sachgebietsleiterin für die Räumlichkeiten an der TU Dresden, wurden uns neue Konditionen und Rahmenbedingungen für die Nutzung des Hörsaalzentrums vorgestellt. Dabei wurden wir mit einer Erhöhung der Mietkosten um rund 700 Prozent konfrontiert.

Eine derart massive Kostensteigerung würde zwangsläufig zu einer deutlichen Anhebung der Eintrittspreise führen. Das widerspricht meinem Grundansatz, das Festival für ein breites Publikum zugänglich zu halten und insbesondere auch Besucherinnen und Besuchern aus sozial schwächeren Schichten einen möglichst niedrigschwelligen Zugang zu ermöglichen.

Zugleich steht eine solche Entwicklung aus meiner Sicht im deutlichen Widerspruch zu den eigenen Leitlinien der TU Dresden, wo es heißt, die Universität wolle „ihre Wirkung und Sichtbarkeit in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft erhöhen und als gesellschaftliche Akteurin zum öffentlichen Diskurs und zur Verbesserung der der Lebenswelt der Einwohner:innen der Region beizutragen."

Darüber hinaus haben angekündigte, aus meiner Sicht willkürlich erhobene Nachforderungen für das Festival 2025, sowie künftig deutlich strengere Kontrollen beim Festival 2026 die notwendige Vertrauensgrundlage massiv erschüttert. Besonders die Art und Weise der Kommunikation und Umsetzung dieser Maßnahmen hat zu dieser Entscheidung beigetragen.

Schwierigkeiten verstehen wir grundsätzlich als Herausforderung, und viele davon haben wir gemeinsam im Team in den vergangenen Jahren erfolgreich gemeistert. Die aktuellen Entwicklungen, die zunehmende Belastung der Zusammenarbeit sowie die Unmöglichkeit, das Festival unter den nun vorgegebenen Preis- und Rahmenbedingungen wirtschaftlich und organisatorisch verantwortbar weiterzuführen, lassen jedoch keine andere Entscheidung zu.


Nach intensiven Gesprächen innerhalb unseres Teams, Rücksprachen mit Partnern sowie einer stichprobenartigen Umfrage unter unseren Stammgästen sehe ich mich daher gezwungen, das Bergsichten-Festival schweren Herzens einzustellen.

Bedeutende Veranstaltung endet

Ich bedaure diese Entscheidung sehr. Mit der Einstellung der Bergsichten endet eine Veranstaltung, die sich über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg zu einem international beachteten Treffpunkt der Berg- und Outdoorszene entwickelt hat und die Stadt Dresden weit über ihre Grenzen hinaus repräsentierte. Es verschwindet eine in interessierten Kreisen fest etablierte Veranstaltung, die weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus bei Besuchern, Filmschaffenden und Vortragenden große Bekanntheit und Wertschätzung genoss.



Besonders bedauerlich erscheint dies auch vor dem Hintergrund, dass das Sächsische Bergsteigen als „Wiege des Freikletterns“ im März 2024 in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde. Über viele Jahre hinweg haben die Bergsichten diese Tradition einem breiten Publikum vermittelt.

Dank und Ausblick

Mein besonderer Dank gilt allen Sponsoren, Partnern, Ausstellern, Referenten, Filmproduzenten, Helfern sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der TU Dresden, die sich dem Festival verbunden fühlten. Ihre Unterstützung war die Grundlage für die erfolgreiche Durchführung dieser Veranstaltung über viele Jahre hinweg. Nicht zuletzt danke ich den vielen Besucherinnen und Besuchern für ihr jahrelanges Vertrauen, ihre Treue und ihr anhaltendes Interesse am Festival.



Unabhängig von der Einstellung der Dresdner Veranstaltung soll das Format „Sommer-Bergsichten – Das Outdoorspecial des Festivals“ weiterhin stattfinden.

Die 15. Auflage ist für den 4. und 5. September 2026 auf dem Aktivhof Porschdorf in der Sächsischen Schweiz geplant.

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