Film
- Konzert - Kultur
Dresden - Premiere
Stummfilmkonzert - Stummfilme mit Livebegleitung
Im
Rahmen einer Sonderveranstaltung des Dresdner Bergfilmfestivals
"Bergsichten" kommt Deutschlands erfolgreichster Stummfilmpianist
Stephan v. Bothmer erstmalig nach Dresden.
Donnerstag, 13. Oktober 2011 - Dresden, Theater
Wechselbad, Beginn 20:00 Uhr
Er interpretiert "Der Berg des Schicksals"
des deutschen Bergfilm-Pioniers Arnold Fanck mit eigens komponierter
Musik live am Flügel. Seine mal zurückhaltend-psychologische
mal zupackend-dramatische Musik erweckt die Bilder zu neuem
Leben und zieht den Zuschauer so intensiv in den Film, dass
er fühlt, selbst am Abgrund zu stehen. In dem spannenden
Stummfilm von 1924, der vom Versuch einer Erstbesteigung der
Felsnadel Guglia del Diavolo in den Dolomiten handelt, ist Luis
Trenker in seiner ersten Filmrolle zu sehen, die Stummfilmstars
Erna Morena, Frieda Richard und Hertha von Walther in weiteren
Rollen.
In "Berg des Schicksals", den seinerseits Millionen
von Zuschauern in den großstädtischen Kinopalästen
sahen, erblickt man waghalsige und fantastische Aufnahmen vom
Erklimmen steiler Wände, von wechselnden Wolkenformationen
und Wetterumschwüngen, die Fanck unglaublich packend und
spannend festhält. Gegenlichtaufnahmen und Panoramaschwenks
weisen schon hier auf eine Modernisierung des Genres hin, das
Arnold Fanck selbst schließlich zu weiteren großen
Erfolgen führte.
Der Berg des Schicksals
Arnold Fanck, 1924, 87 min
Als Vorfilm wird "Das Wolkenphänomen von Maloja"
von Arnold Fanck aus dem Jahr 1924 mit musikalischer Begleitung
durch Stephan v. Bothmer aufgeführt.
Das Wolkenphänomen von Maloja
Arnold Fanck, 1924, 10 min
Stephan
v. Bothmer Der Berliner Komponist und Pianist "Stephan v. Bothmer
gehört zu den angesagtesten Stummfilmmusikern in Deutschland"
schreibt die Komische Oper Berlin.
Er hat bisher über 500 Stummfilme vertont. Seine Komposition
zum Stummfilm "Madame Dubarry" wurde von ARTE im April
2008 ausgestrahlt und im Mai wiederholt. ZDF, 3Sat und Premiere
spielen seine Filmmusik.
Stephan v. Bothmer hat bisher Stummfilme vor insgesamt 50.000
Gästen musikalisch Interpretiert. Darunter sind auch Konzerttourneen
in Südamerika und auf den Philippinen.
Stummfilmkonzerte
das ist die ursprünglichste Art einen Kinofilm zu sehen:
Ohne digitalen Sound, ohne Originalton, ohne 3D-Effekte. Einfach
ein herausragender Film mit musikalischer Untermalung - natürlich
live gespielt! Selbst jene, die noch nie in ihrem Leben einen
Stummfilm gesehen haben, werden mitgerissen von dem Spektakel
der Stummfilmkonzerte.
"Damit diese Vorführtradition nicht komplett vergessen
wird, gibt es Musiker wie den Berliner Komponisten und Pianisten
Carsten-Stephan Graf v. Bothmer." KlassikRadio
"Heute feiern die großen alten Stummfilme
Wiederauferstehung, weil es Stephan v. Bothmer gibt." Kulturradio
"ein immerwährendes
Festival des wortlosen Kinos" Die Welt
"Er vertont nicht, was er sieht, sondern
fasst in Töne, was der Film aussagen will." Handelsblatt
Special
Guest
Eine Einführung zu den Filmen gibt Matthias Fanck, der
Enkel des großen Bergfilm-Pioniers, der seit Jahren das
wertvolle Erbe seines berühmten Großvaters pflegt.
Eintrittspreise:
Vorverkauf 16 Euro, Abendkasse 18 Euro / 16 Euro erm.
Ausführliche
Informationen zu den Filmen:
Das Wolkenphänomen von Maloja
Arnold Fanck, Deutschland 1924, 10 min.
Der Dokumentarfilm zeigt ungewöhnliche Wolkenformationen
rund um den Engadiner Maloja-Pass, die durch besondere Luftausgleichsströmungen
entstehen.
Der Berg des Schicksals
Regie, Buch und Schnitt: Arnold Fanck,1924, 87 Min.
Darsteller: Erna Morena, Luis Trenker, Hannes Schneider, Hertha
von Walther
Noch keinem Bergsteiger ist es gelungen, den Gipfel der majestätischen
Guglia del Diavolo zu erklimmen - zu steil ist die letzte Wand,
die zum Gipfel führt. Selbst der größte Kletterer
Tirols (gespielt von Luis Trenker) versucht immer wieder vergeblich
sein Glück und riskiert dabei jedes Mal sein Leben.
Da seine alte Mutter es nicht erträgt, so oft um das
Leben ihres Sohnes bangen zu müssen, gibt er ihr eines Tages
das Versprechen, nie wieder einen Versuch zu unternehmen.
Doch es gibt noch einen anderen Menschen, dem die Guglia del Diavolo
keine Ruhe lässt: Hella, die Jugendfreundin und Schülerin
des Bergsteigers. Zahllose Stunden hat sie schon damit verbracht,
den gewaltigen Berg anzustarren, als würde sie dadurch eine
Antwort bekommen auf die Frage, wie sie ihn bezwingen kann.
Als Hella glaubt, einen sicheren Weg zum Gipfel gefunden zu haben,
versucht sie, ihren Lehrmeister zu einer gemeinsamen Besteigung
zu überreden. Der jedoch hält an dem Versprechen fest,
das er seiner Mutter gab.
Enttäuscht
beschließt Hella, sich alleine auf den Weg zu machen.
Als ein Unwetter aufzieht, eilt Hellas Vater in Todesangst um
seine Tochter zu dem Bergsteiger und berichtet ihm, das seine
Tochter sich auf den Weg gemacht hat, den Berg im Alleingang
zu bezwingen. Nun hat dieser keine Wahl mehr: Er muss sein Versprechen
brechen und Hellas Leben retten ...
Im
BERG DES SCHICKSALS, den Millionen von Zuschauern in den großstädtischen
Kinopalästen sahen, erblickt man waghalsige und fantastische
Aufnahmen vom Erklimmen steiler Wände, von wechselnden
Wolkenformationen und Wetterumschwüngen. Gegenlichtaufnahmen
und Panoramaschwenks weisen schon hier auf eine Modernisierung
des Genres hin, das Fanck selbst schließlich zu weiteren
großen Erfolgen führte.
Der jungen Tänzerin Leni Riefenstahl gefiel dieser Film
so sehr, dass sie unbedingt mit Fanck zusammenarbeiten wollte.
An ihrer Weiblichkeit zerbrach später die Freundschaft
Fancks und Trenkers.
Arnold Fanck, Bergfilmregisseur
1889
in der Industriestadt Frankenthal geboren, Studium der Geologie
und Promotion in Zürich, anspruchsvolle Bergfahrten - besonders
Winterhochtouren - zwischen 1910 und 1920, leidenschaftlicher
Bücherfreund mit einer berühmten Bibliothek, autodidaktischer
Fotograf, Kameramann und Filmregisseur, unermüdlicher Tüftler
und Erfinder, Musikliebhaber, Autor, Feinschmecker - das sind
einige Facetten der Person Arnold Fanck.
Angetrieben von eigenem Erleben und beseelt von dem Wunsch,
Anderen die noch weithin unbekannte Welt des Hochgebirges zu
zeigen, dreht er mit Freunden 1919 den ersten Skifilm: DAS WUNDER
DES SCHNEESCHUHS.
Es folgt IM KAMPF MIT DEM BERGE - mit einer Musik von Paul
Hindemith. In DER BERG DES SCHICKSALS hat 1924 Luis Trenker
sein Filmdebüt, 1925, in DER HEILIGE BERG, Leni Riefenstahl.
1927 kommt die Skikomödie DER GROSSE SPRUNG, 1929 DIE WEISSE
HÖLLE VOM PIZ PALÜ - immer noch einer der besten deutschen
Filme.
STÜRME ÜBER DEM MONTBLANC erscheint 1930, im Jahr
danach der "unsterbliche" Skifilm DER WEISSE RAUSCH.
1932 entsteht in Grönland unter schwierigsten Bedingungen
S.O.S. EISBERG, 1934 DER EWIGE TRAUM, die Geschichte der Erstbesteigung
des Montblanc.
DIE
TOCHTER DES SAMURAI mit Setsuko Hara in ihrer ersten Filmrolle
wird 1936 in Japan gedreht, 1939 als letzter Spielfilm EIN ROBINSON
in Südamerika.
Es ist das Verdienst von Arnold Fanck, die Kamera aus dem Studio
"befreit" und in die Natur gebracht zu haben: alle
grossen Filme vor 1920 wurden im Studio gedreht. Das Drehen
im Hochgebirge, auf Gletschern, in Gletscherspalten, auf Eisbergen,
Vulkanen und aus Flugzeugen heraus erforderte Techniken, die
noch nicht vorhanden waren und von Fanck und seinen langjährigen
Kameraleuten erst entwickelt wurden.
Fanck war es, der das Genre des Bergfilms technisch und dramaturgisch
revolutionierte und ihm damit zu nationaler und internationaler
Anerkennung verhalf. Als einer der Ersten findet er zu atemberaubenden
Bildern und verbindet Naturaufnahmen mit einer Spielhandlung.
Der Verzicht auf Studioaufnahmen und die Arbeit in der freien
Natur wurden zum Markenzeichen des Regisseurs Arnold Fanck und
seiner Freiburger Schule, zu der auch Luis Trenker gehörte.